Es verbrannten, so heißt es im Ausschussprotokoll der Gerichtsgemeinde:
„Von der Pfarrkirchen das völlige Dach wie auch vom Thurn alles Holzwerch bis auf das Gewölb im Leythaus, auch Sacristeidach, mithin alle sieben darin gewesten Gloggen völlig zerschmolzen seint. Von der darneben gewesten Unßerliebenfrauencapellen ist beraits das völlige Chorgewölben und das darauf gestandene Thurnle zusammengefallen, mithein das clenere Glöggl auch zerschmolzen.“
Außer der Behebung der Schäden an der Kirche galt die Sorge vor allem dem Turm und einem neuen Geläute. Es wurden sechs Glocken mit einem Gesamtgewicht von 148 Zentnern bestellt. Es fehlte aber noch der endgültige Abschluss, die Turmkuppel.
Im Ausschussprotokoll vom 22. Oktober 1780 kann man lesen, dass mit Beistand Gottes das Turmkuppelgebäu „zu einem erwünschten und vergnügten Ende gelangt“ sei. So hatte man am wirklich einmaligen Werk des Kastelruther Turms, mit Unterbrechungen, nicht weniger als 25 Jahre gebaut.
Die Kosten für Glocken, Turmbau und Kuppel werden, nach den nur fragmentarisch erhaltenen Rechnungen, auf mindestens 12.000 fl. anzusetzen sein. Die von den Kastelruthern geleisteten Fuhr- und anderen Hilfsleistungen sind nicht inbegriffen.
So waren die Mittel der Pfarr- und Gerichtsgemeinde auf Jahrzehnte erschöpft.
Erst 1846 bis 1849 ist es zum Bau der heutigen Kirche gekommen.